Es gibt keine Rassehunde ( oder Mischlinge ) ohne Probleme, sie werden nur nicht immer aufgeführt...
Der PERRO DE AGUA ESPAÑOL ist eine mittelgroße (40cm-50cm), alte Spanische Hunderasse, man sagt auch der Pudel und Puli stammt von ihnen ab. Die Reinzucht des Perro ist aus einem sehr kleinen Genpol von 45 Hunden entstanden. Man fand Hunde, die sich von der Optik und den Charaktereigenschaften sehr ähnlich waren, in den Bergen, bei den Schäfern, Bauern, Fischern und in Familien. Diese Hunde prägten das Erscheinungsbild des heutigen Perro de Agua. ( So oder ähnlich sind übrigens viele unserer Hunderassen entstanden! ) Der Perro ist eine langlebige und sehr robuste Rasse. Man muss aber trotzdem bedenken, das diese erste Auswahl nicht auf das Vorkommen von vererbbaren Krankheiten untersucht worden ist. Man hatte "einen Blick" für gute und gesunde Hunde. Auch heute noch sind im Ursprungsland des Spanischen Wasserhundes Untersuchungen eine Seltenheit, auch sogar die der Hüften und der Augen. Der zuständige Rasseclub ist zwar der FCI angeschlossen, aber Untersuchungen sind dort keine Pflicht. Das bedeutet, das in Deutschland auch Hunde in der Zucht verwendet werden, die nicht nur "Bestergebnisse" aufweisen. Dieses ist auch unbedingt nötig, sofern sie die Mindestanforderungen des Zuchtverbandes erfüllen, um den Genpol zu erweitern, mit dem Ziel diese Ergebnisse zu verbessern.
Hüftgelenksdysplasie (Pflicht):
Zur Zucht zugelassen: HD A ; HD B ; und HD C, wenn der Zuchtpartner HD A vorweisen kann
Zuchthunde sollten frei von allen vererbbaren Augenkrankheiten sein. (nach DOK - Augentierärzte, die dem Dortmunder Kreis angeschlossen sind)
PRA:
Die PRA führt im Endstadium immer zur Blindheit. Zu empfehlen ist der PRA- Gentest (Laboklin, Optigen) Hierbei zeigt sich, ob der Hund ein krankmachendes Gen für die PRA trägt. Folgende Befunde sind möglich:
PRA frei/normal, A: ein gesunder Hund, der mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht erkranken wird, keine Einschränkungen für die Zucht
PRA Träger, B: ein gesunder Hund, der mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht erkranken wird, der jedoch das Gen der Krankheit trägt; darf nur mit PRA freien Hunden verpaart werden ( Nachkommen werden alle PRA frei oder Träger sein, aber nicht erkranken)
Würde man 2 Träger verpaaren, wären neben Träger-Nachkommen auch PRA kranke Hunde zu erwarten.
PRA erkrankt, C: wird mit hoher Wahrscheinlichkeit an PRA erkranken, dürfen nur mit PRA freien Hunden (Typ A) verpaart werden, dann sind die Nachkommen sind alle Träger, aber gesund
Goniodysplasie:
Augenkrankheit, die durch erhöhen Augeninnendruck (Glaukom oder grüner Star) zur Erblindung führen kann. Für diesen sehr schmerzhaften Zustand (extreme Kopfschmerzen) gibt es beim Hund keine befriedigenden chirurgischen oder medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten. Nur wenige Hunde mit Goniodysplasie werden tatsächlich ein Glaucom entwickeln, "Gonio nicht frei" bedeutet auch keinesfalls krank oder zuchtuntauglich. Allerdings läßt sich die Gefahr für kommende Generationen verringern, indem Risikoverpaarungen vermieden werden. D.h. befallene Hunde mit gering ausgeprägten Veränderungen sollten nur mit untersuchten und als frei eingestuften Deckpartnern zusammengebracht werden.
Schilddrüsenerkrankungen
Überfunktion - Unterfunktion:
Die Vererbung bei Schilddrüsenerkrankungen zu klären ist sehr schwierig. Eine erbliche Disposition ist, wie beim Menschen, sehr wahrscheinlich. Auch wenn die fehlenden Hormone künstlich zugeführt werden können, gelingt es nicht immer, alle Folgen des Hormonmangels zu beseitigen, auch sprechen nicht alle Hunde auf die Behandlung an. Ein erkrankter Hund ist und bleibt krank, er büßt viel von seiner Lebensqualität ein.
Unsere Hunde werden auf alle aufgeführten Krankheiten untersucht!
Die oben beschriebenen Krankheiten können beim Spanischen Wasserhund vorkommen, die meisten zum Glück sehr selten. Die Vorschriften (PFLICHT) beziehen sich auf den zuchtbuchführenden Verein in Deutschland. Über die freiwilligen Untersuchungen entscheidet das "eigene Zuchtbuch" des jeweiligen Züchters. Jede Untersuchung über das "MUSS" hinaus erhöht zwar das Risiko für einen Züchter einen Hund aus der Zucht nehmen zu müssen. Aber Zucht sollte auch bedeuten, die Bereitschaft zu haben nach Fehlern zu suchen, zu vermeiden, und die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen. Es gibt genug Hunderassen, denen über Jahre hinweg Fehler und Mängel angezüchtet worden sind. Eine Zusammenarbeit der Züchter untereinander ist unbedingt erforderlich, um bei einer in Deutschland noch seltenen Rasse mit steigender Beliebtheit, einen größeren und gesunden Genpol zu erhalten.
Neben der Gesundheit sind natürlich auch die Charaktereigenschaften ein sehr wichtiger Faktor bei der Zuchtauslese. Da der Spanische Wasserhund vom Urtyp her auch Hütehund war (oder ist), der sich von Fremden nicht anfassen lassen durfte, ist er oft rassetypisch zurückhaltend bei Fremden. Diese Zurückhaltung (auch das Verbellen von fremden Besuchern) sollte sich jedoch nach kurzer Zeit legen. Es dürfen sich keine Anzeichen von Agressivität zeigen. Jeden Fremden lieben muss er aber nicht. Positiv ist zu bemerken, dass es auch viele Perros mit sehr offenem Charakter gibt, die auch Besucher freudig empfangen, wodurch es weniger Stresssituationen im Alltag gibt. Aggressive Hunde oder mit überaus stark ausgeprägter Zurückhaltung sollten nicht in der Zucht eingesetzt werden. Hier spielen auch die Erfahrungen in der Prägephase eine wichtige Rolle.
An dieser Stelle möchte ich auf die Problematik der meist günstigeren Auslandsimporten hinweisen, wenn man den Züchter nicht kennt und man sich nicht davon überzeugen konnte, wie und wo die Welpen aufwachsen. Es ist nicht selten, das die Welpen dort nicht im häuslichen Verband sondern weit abseits in Blechscheunen aufwachsen, wo auch die Zuchthunde "leben". Neben der oft fehlenden Gesundheitsvorsorge und - Versorgung kennen sie häufig nur "den Menschen, der ab und an Futter vorbeibringt". Diese Welpen oder Hunde in die Familie und in normale Alltagssituationen zu integrieren, ist oft sehr, sehr schwierig, da sie nie irgentwelchen Umweltreizen ausgesetzt waren und keine positiven Erfahrungen sammeln konnten. Da täuscht oft die Züchterhomepage, auf welcher die Welpen nett präsentiert werden. So mancher Welpe hat bei DIESEM Foto zum ersten Mal die Sonne gesehen... Es ist nicht selten, das die gesparten €`s nachfolgend an den heimischen Tierarzt wegen gesundheitlicher Probleme gezahlt wurden, das ganze importierte Würfe z.B. an Parvovirose innerhalb der ersten Wochen verstorben sind oder Hunde wegen Charakterschwächen und Agression eingeschläfert werden müssen. "Günstige" Preise in der Hundezucht entstehen durch "Masse" und Einsparungen bei der Hygiene, Gesundheitsversorgung und -vorsorge und durch niedrigeren Zeitaufwand bei der Aufzucht der Welpen!